M.U.T.-Gedanken

Viele Menschen kennen M.U.T. vielleicht dem Namen nach - aber noch längst nicht alle wissen, wer wir eigentlich sind, was wir tun und vor allem, warum wir es tun.

 

Mit unseren M.U.T.-Gedanken möchten wir genau das sichtbar machen: Wir geben Wissen weiter, machen neugierig und laden zum Nachdenken ein. Wir erzählen von Menschen, Tieren und Natur, von Begegnungen auf Augenhöhe und davon, was verantwortungsvolle tiergestützte Arbeit für uns bedeutet.

 

In den ersten beiden M.U.T.-Gedanken habe ich Euch von meiner Verbindung zum früheren Vogel- und Tierpark und von der Idee erzählt, die daraus viele Jahre später entstand.

Doch warum waren die Tiere von Anfang an ein so wichtiger Teil dieser Idee?

Tiere begleiten mich, solange ich denken kann. Schon als Kind waren meine Katzen – und viele Katzen- und Hundebesitzer werden mir wahrscheinlich zustimmen – nicht einfach nur Tiere. Sie waren Spielgefährten, Freunde und Seelentröster. Und manchmal war schon das Streicheln ihres weichen Fells einfach beruhigend.

Vielleicht habe ich schon damals gespürt, dass zwischen Mensch und Tier eine ganz besondere Beziehung entstehen kann.

Eine völlig neue Erfahrung machte ich, als ich begann, mich ehrenamtlich um Esel, Ponys, Ziegen, Schafe und Damwild zu kümmern. Bis dahin kannte ich – wie wahrscheinlich viele von Euch – solche Tiere hauptsächlich aus Zoos und Tierparks: Ich stand auf der einen Seite des Gehegezauns, die Tiere auf der anderen. Doch jetzt schaute ich sie nicht mehr nur an.

Ich fütterte und versorgte sie, streichelte sie und kümmerte mich um sie, wenn sie krank waren.

Und je besser ich sie kennenlernte, desto deutlicher wurde mir: Nicht nur jede Tierart ist anders – jedes einzelne Tier ist eine eigene Persönlichkeit.

Ich erlebte, dass auch zu sogenannten Hoftieren Beziehung und sogar Bindung entstehen kann.

Dann machte ich eine Erfahrung, die für meinen weiteren Weg entscheidend werden sollte.

Ich erlebte bei einem Menschen in einer sehr schweren Lebenssituation, welche Bedeutung die vertraute Begegnung mit Tieren haben kann. Für einen Moment schienen Sorgen und Traurigkeit etwas in den Hintergrund zu treten. Da waren Nähe, Freude und Trost – ohne viele Worte.

Das hat mich tief bewegt.

Ich hatte selbst mein ganzes Leben erfahren, wie wertvoll Tiere für mich sind. Doch nun erlebte ich, welche Bedeutung sie auch für einen anderen Menschen haben können – in einer Zeit, in der Worte wahrscheinlich nur wenig ausrichten konnten.

Für mich wurde dieses Erlebnis wegweisend.

Es bestärkte mich in einem Gedanken, der schon lange in mir war: Ich wollte mehr Menschen solche Begegnungen mit Tieren ermöglichen.

Aber gleichzeitig wollte ich noch etwas anderes: Menschen dafür sensibilisieren, wie wertvoll Tiere selbst sind.

Nicht nur, weil sie uns trösten, beruhigen, Freude schenken oder uns auf irgendeine andere Weise guttun. Sondern weil sie eigenständige Lebewesen mit individuellen Persönlichkeiten, Bedürfnissen und Grenzen sind. Und ich glaube, dass gerade darin ein Schlüssel für eine besondere Mensch-Tier-Beziehung liegt:

Wenn wir ein Tier nicht als Sache oder Mittel zum Zweck betrachten, sondern bereit sind, es als eigenständiges Gegenüber wahrzunehmen, ihm mit Respekt zu begegnen und Beziehung zuzulassen, kann diese Verbindung auch für uns Menschen unglaublich wertvoll werden.

Mensch, Tier und Natur gehören für mich zusammen. Wir Menschen stehen nicht außerhalb der Natur – wir sind ein Teil von ihr.

Aus all diesen Erfahrungen und Gedanken entwickelte sich schließlich meine Herz-Idee für M.U.T.

Und das Erstaunliche daran: Als diese Idee 2023 entstand, wusste ich noch nicht, dass vieles von dem, was ich empfand und mir für M.U.T. vorstellte, längst fachlich beschrieben und professionell praktiziert wurde.

Begriffe wie „tiergestützte Intervention“, Fachverbände oder entsprechende Qualitätsstandards kannte ich damals noch nicht.

Aus meiner Herz-Idee war inzwischen M.U.T. Mensch-Umwelt-Tier e. V. geworden. Und für mich persönlich begann ein neuer Weg: Ich startete meine 16-monatige Weiterbildung zur ISAAT-zertifizierten Fachkraft für professionelle tiergestützte Intervention.

Und plötzlich bekam vieles, was vorher vor allem Gefühl, Erfahrung und Überzeugung gewesen war, Worte, Wissen und eine fachliche Grundlage.

Meine Herz-Idee entwickelte sich dadurch auf professionelle und wissenschaftlich fundierte Weise weiter.

Heute gehört deshalb beides untrennbar zu M.U.T.:

Das Wissen darum, was eine Beziehung zu Tieren für uns Menschen bedeuten kann – und die Verantwortung dafür, dass wir dabei auch das Tier mit seinen Bedürfnissen wahrnehmen.

Oder wie wir es bei M.U.T. sagen:

Tiergestützt muss immer auch tiergeschützt sein.

Doch M.U.T. ist längst nicht nur meine Geschichte.

Zu unserem Verein gehören Menschen und ganz unterschiedliche Tierpersönlichkeiten, die M.U.T. auf ihre jeweils eigene Weise mit Leben füllen.

Und genau die möchten wir Euch in den nächsten M.U.T.-Gedanken vorstellen.

🌿 Fortsetzung folgt…