M.U.T.-Gedanken

Viele Menschen kennen M.U.T. vielleicht dem Namen nach - aber noch längst nicht alle wissen, wer wir eigentlich sind, was wir tun und vor allem, warum wir es tun.

 

Mit unseren M.U.T.-Gedanken möchten wir genau das sichtbar machen: Wir geben Wissen weiter, machen neugierig und laden zum Nachdenken ein. Wir erzählen von Menschen, Tieren und Natur, von Begegnungen auf Augenhöhe und davon, was verantwortungsvolle tiergestützte Arbeit für uns bedeutet.

 

🌿 M.U.T.-Gedanke Nr. 2 

„Aus Erinnerungen kann etwas Neues wachsen“

 

Im letzten M.U.T.-Gedanken habe ich von einem Ort erzählt, der mich schon fast mein ganzes Leben begleitet: dem ehemaligen Vogel- und Tierpark in Neudorf.

 

Doch irgendwann war seine Zeit, so wie wir ihn von früher kannten, vorbei.

 

 

Auf dem Bild sieht man meinen Neffen im Jahr 1987 und im Hintergrund den wunderschönen Ententeich.

 

Viele Familien in unserer Gemeinde haben von der ehrenamtlichen Arbeit der Vereinsmitglieder profitiert, die die Gehege und das Gelände mit viel Einsatz gestaltet und gepflegt haben. Diese Menschen, die den Park über Jahrzehnte mit viel Herzblut aufgebaut und getragen hatten, wurden älter. Nachwuchs für dieses zeitintensive Ehrenamt zu finden, wurde immer schwieriger.

 

Gleichzeitig hat sich aber auch unser Blick auf Tiere verändert. Heute wissen wir viel mehr über ihre Bedürfnisse, ihr Verhalten und ihr Empfinden.

 

Tiere sind keine Anschauungsobjekte, sondern fühlende Lebewesen – mit eigenen Bedürfnissen und individuellen Persönlichkeiten.

 

Als die Tierhaltung im Vogelpark 2021 endete und die Tiere den Park verlassen mussten, beschäftigte mich deshalb eine Frage:

Was wäre dieser besondere Ort ohne Tiere?

Denn Bäume, Wege und Gebäude allein waren es nicht, die ihn über Generationen geprägt hatten.

Es waren insbesondere die Tiere.

 

Für mich war deshalb klar: Das, was diesen Ort über so viele Jahre ausgemacht hatte, sollte nicht einfach verloren gehen.

Ich wollte das Wertvolle bewahren und gleichzeitig etwas Neues entstehen lassen – auf der Grundlage dessen, was wir heute über Tiere, ihre Bedürfnisse und eine tiergerechte Haltung wissen.

 

Die Tiere sollten weiterhin zu diesem besonderen Ort gehören – aber ihre Rolle sollte sich verändern.

Nicht mehr nur Tiere anschauen und füttern.

Sondern lernen, sie wahrzunehmen. Ihre Sprache und Bedürfnisse zu verstehen. Ihnen mit Wissen, Respekt und Wertschätzung zu begegnen.

 

Schon 1965 beschrieb der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich sehr eindrücklich, was Kinder für ihre Entwicklung brauchen:

„Der junge Mensch braucht seinesgleichen – nämlich Tiere, überhaupt Elementares: Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum.“
Alexander Mitscherlich, 1965

 

Genau dieser Gedanke beschreibt auch etwas, das mir für diesen Ort wichtig ist: Kinder sollen Tiere und Natur nicht nur anschauen oder erklärt bekommen – sie sollen sie erleben dürfen.

 

Mit diesem Grundgedanken wollte ich das alte Vogelparkgelände zu neuem Leben erwecken: weg von der früheren Form eines Vogel- und Tierparks – hin zu einer zeitgemäßen, tiergerechten Haltung und echten Begegnungen zwischen Mensch und Tier. 🐴🐐

Aus diesen Gedanken entstand 2023 ein erstes Konzept. Vieles war damals noch Zukunftsmusik. Aber ein Gedanke stand bereits in unserer Präsentation für den Gemeinderat:

„Wir wollen Menschen und Tiere in der Natur verbinden.“

 

Aus Erinnerungen war eine Vision geworden.

Und diese Vision bekam wenig später einen Namen:

M.U.T. Mensch-Umwelt-Tier e. V.

 

🌿 Fortsetzung folgt…